Vatertag

Auch wenn der „Vatertag“ den Vätern gilt, ist es doch auch ein guter Tag, um über das grundsätzliche Mann-Sein zu reflektieren. Viel wird in der heutigen Gesellschaft darüber gesprochen, diskutiert und debattiert, was die „neue Rolle“ der Frau ist. Das ist absolut notwendig und für uns als Menschheit womöglich der größte „Gewinn“ (wenn es sich ändern wird!), den wir auf lange Zeit geschenkt bekommen. Frauen schließen sich zusammen, erkennen ihre wahre Kraft, ihre Liebe und ihre immense und wahre Wichtigkeit für unsere Gesellschaft, deren Entwicklung und Zukunft. Und ich persönlich wünsche mir dafür, dass Frauen erkennen, dass es nicht die Zeit der Rache ist, sondern dass Frauen ihre herzliche Intelligenz nutzen, um eine Balance auf unserer Welt herzustellen, in der wir Frieden erleben dürfen.

Dabei dürfen wir erkennen, dass dies eine Seite der Medaille ist. Ich möchte heute ein Wort für die Männer erheben. Dies ist kein Geschlechterkampf, kein Vergleich, kein besser-schlechter, wichtiger-unwichtiger oder sonst irgendetwas in diese Richtung. Das ist alles alt und Bullshit! Jedoch darf auch ich auf meinem spirituellen Pfad immer wieder erkennen, dass (auch von Männern) ein neues Männerbild erschaffen wird, welches (aus rein persönlicher Sicht) ein neues Bild erschafft, was (derzeit) für Männer genauso wenig erreichbar ist, wie das alte Bild der vermeintlichen Stärke, Macht, Kraft und Überheblichkeit. Wir (Frauen und Männer) kreieren einfach neue Bilder für uns alle aus unserem Verstand, drehen alte Bilder einfach um, reagieren auf alte Glaubenssätze, Gelerntes und vergessen dabei ehrlich und offen in uns hinein zu spüren, was es denn wirklich und wahrhaftig bedeutet! Was bedeutet das konkret für uns als Mann? Mag man Büchern, „Gelehrten“, Forschungen Glauben schenken (anstatt in uns selbst zu horchen), wird der heutige Mann eine „Allzweckwaffe“: liebevoller Partner, straighter Vordenker, einfühlsamer Zuhörer, stabiler Anker, „Schwäche zeigender“ Mensch, dabei doch immer positiv gestimmter Mann, Sexgott, begabter Koch, sich selbst verwirklichende Seele, und und und… Und wenn das nicht erfüllt wird, bye bye. Nun, man mag darüber denken, wie man möchte. Doch stellen wir alle nicht wieder fein abgestimmte Ansprüche (an Männer UND Frauen), die ein perfektes Bild schaffen, ohne das jegliche Form der Beziehung nicht wirklich funktionieren kann? Erheben wir dabei nicht wieder irgendwelche womöglich übertriebenen Forderungen an uns selbst und an andere? An die Stelle des „Schönheitsideals“ tritt das „Spiritualitätsideal“! Ist es das was wir wollen? Ist das Liebe?

Ist es nicht einfach nur wichtig, Mensch zu sein? Sollten wir uns nicht endlich generell von einem „Rollen-/Typendenken verabschieden“? Wir sind alle so einzigartig, haben unsere eigenen Energien, unsere eigenen Aufgaben, unsere eigenen seelischen Prägungen, unsere eigene Liebe… Lässt sich dabei alles so einfach in Frau und Mann einteilen? Alle müssen so sein, alle anderen so. Mir kommt dazu das Beispiel des Schulsystems in den Sinn. Wie auch immer ein Kind veranlagt ist, es wird über den Kamm der/des Schülerin/Schülers geschert und hat bestimmten Vorstellungen zu entsprechen. Ist das so einfach? Ist das so einfach mit uns als Frau und Mann? Steckt nicht einfach noch mehr dahinter als wir zu glauben scheinen? Ist nicht alles in uns und äußert es sich in jedem ganz individuell und besonders? Wir dürfen darüber reflektieren und uns fragen, was für eine Zukunft wir in der Beziehung von Frau und Mann in der Gesellschaft, auf der Arbeit, in Partnerschaften, Freundschaften und in unserem eigenen Sein möchten. Wir dürfen unsere eigene Stimme hören und nicht das, was irgendjemand hinaus posaunt „ja, so muss es sein“! Das ist genauso alt und ja auch, sorry, Bullshit! Es ist Zeit sich darüber zu erheben und uns als Menschen zu behandeln! Und ja, es ist Zeit dafür, dass wir Männer uns für uns selbst öffnen. Und, sorry, nicht der Frauen wegen, sondern aus der eigenen Liebe zu uns selbst, um zu erfahren, was wir entdecken, wer und was wir eigentlich sind.

Und weil heute Vatertag ist: DANKE an meinen Vater, der nicht immer “perfekt” war, der seine Liebe aber immer auf seine eigene Art und Weise gezeigt hat, um mir Aufgaben im Leben zu geben, an denen ich wachsen darf!

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